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5.06.16

Kreissynode und Jahresempfang

Superintendent Jürgen Buchholz (Foto: Kirchenkreis Niederberg)

MdB Kerstin Griese (Foto: Kirchenkreis Niederberg)

Landrat Thomas Hendele (Foto: Kirchenkreis Niederberg)

Pfr. Volker Martin Dally (Foto: VEM/Foto Kepper)

Dechant Peter Jansen (Foto: Kirchenkreis Niederberg)

Landeskirchenrätin Christine Busch (Foto: Kirchenkreis Niederberg)

Jahresempfang

Am 3. und 4. Juni tagte die Synode des Kirchenkreises Niederberg. Die Kirchengemeinde Düssel hatte eingeladen und so kamen 68 Synodale und zahlreiche Gäste am Freitag abend in den Eröffnungsgottesdienst in der Düsseler Kirche. Anschließend wurde die Synode formal unterbrochen und zum Jahresempfang geladen. Superintendent Pfr. Jürgen Buchholz begrüßte die Gäste und hob in seiner Eröffnungsrede auf die gegenwärtige Flüchtlingspolitik sowie die anstehenden Fragen ab. Er forderte auf, der aufkeimenden Fremdenfeindlichkeit zu entgegnen und verwies auf die Aktion der Evangelischen Kirche im Rheinland: WirsindMitMenschen.de

MdB Kerstin Griese, die dem Kirchenkreis schon lange Zeit verbunden ist, knüpfte daran an: „Den Spurt im Sommer und Herbst letzten Jahres haben wir bestanden. Jetzt kommt die Langstrecke der Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft. Frau Griese dankte der Kirche, den Gemeinden und den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihr Engagment in der Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen.

Landrat Thomas Hendele schloß sich diesem Dank an und schloss darin die Mitarbeitenden in den Kommunen und der Verwaltung ein: „An vielen Stellen gibt es gute Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden.“ Herr Hendele bat aber auch darum, die Furcht der Menschen ernst zu nehmen, die verunsichert sind angesichts fremder Kulturen und Religionen, die mit den Flüchtlingen in unser Land kommen. Auch hier müsse Hilfe erfolgen, um ein Abdriften in den rechten Sumpf zu verhindern.

Auch der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (Wuppertal), Pfr. Volker Martin Dally, grüßte die Anwesenden. Er erinnerte an die Fluchterfahrungen der Menschen in den 1930er Jahren; allein dies sei Motivation genug, sich der Flüchtlinge anzunehmen. Ausserdem verwies er auf die Ergebnisse der ökumenischen Visite in der Landeskirche. Demnach sollen Gemeinden ihre Räume so gestalten, dass sie missionarisch wirken.

Dechant Peter Jansen grüßte von den katholischen Gemeinden und zitierte das Motto des Katholikentags in Leipzig „Seht das ist ein Mensch“. „Mit den großen Flüchtlingsströmen hat das Haus Europa Dellen und Kanten bekommen. Da sind wir als Kirchen aufgerufen, etwas zu tun und zusammen zu stehen.“ Die Verantwortlichen der Kirchen seien sich einig, in den Flüchtlingsbemühungen mit einer Stimme zu sprechen.

Das Schlußwort hatte Landeskirchenrätin Christine Busch. Sie überbrachte die Grüße der Kirchenleitung der EKiR und von Präses Rekowski. Auch sie erinnerte an die ökumenischen Visiten in der Landeskirche und im Kirchenkreis Niederberg und spitzte die Darstellung auf die Frage zu: „Wie kann die Rheinische Kirche relevante Kirche für morgen sein?“ Aus den Berichten der ökumenischen Visiten referierte sie dazu 5 Punkte:

- Die historische Struktur der Kirche ist in der gegenwärtigen säkularisierten Welt und interkulturellen und interreligiösen Pluralität angefragt. Es geht darum, in dieser Vielfalt einen Standort nachbarschaftlicher Verbundenheit zu finden.

- Das Pfarrbild wirkt stabil, ist es aber auf Grund von Überlastung, Alterstruktu, fachfremder Aufgaben nicht. Es geht darum zukünftig darum auch Nicht-Theologen für die geistliche Arbeit in den Gemeinden zu stärken.

- „Warum ist es so schwer über den eignen Glauben zu sprechen?“ LKR‘in Busch erinnert an den Wert von Hausbesuchen, Kindertagesstätten und der vielfältigen Kirchenmusik, die auch Fremde einlädt, eine Kirche zu besuchen.

- Zum Profil der Evangelischen Kirche gehört auch die Diakonie. Auch hier muss noch deutlicher werden, wie sich eine institutionelle Diakonie von anderen Anbietern auf dem Markt unterscheidet.

- Die Besucher aus der Ökumene haben auch das freundschaftliche Verhältnis von Kirche und Staat befragt und darauf hingewiesen, dass Kirche sich mitunter auch gegen staatliche Entscheidungen und Handlungen positionieren müsse.

Abschließend zitierte LKR‘in Busch den Leiter des Pädagogisch-Theologischen Instituts in Bonn/Bad Godesberg, Gotthard Fermor: „Relevante Kirche ist stark in der Kommunikation des Evangeliums; sie bewegt sich und nimmt die Fragen der Menschen auf.“ Kirche ist demnach weder Institution noch Organisation, sondern Bewegung.

Das musikalische Rahmenprogramm für den Jahresempfang gestalteten Anja Richter (Trompete und Flügelhorn) und Kreiskantorin Sigrid Wagner-Schluckebier (Klavier).

Kreissynode

Am Samstag, 4. Juni, wurde die Kreissynode fortgesetzt. Inhaltliches Hauptthema war hier der Gottesdienst. In kreativer Arbeitsform wurde u.a. gefragt, ob Gottesdienst das (einzige) Zentrum der Gemeinde sei; ob dessen Inhalte bei den Menschen ankommen und wie Liturgie und Musik den Gottesdienst weiter unterstützen können. Die Ergebnisse werden noch ausgewertet und weiter beraten.

Es folgten Informationen und Beratungen zur Idee des Trägerwechsels der Kindertageseinrichtungen von den Kirchengemeinden zunächst in Velbert zum Kirchenkreis, so dass alle 11 Einrichtungen zentral verwaltet werden könnten und gegenüber der Stadt mit einer Stimme verhandelt werden könne. Ausserdem wurde der Stadt der Verwaltungsstrukturreform dargelegt, nach der nun die Verwaltungen aller Niederberger Gemeinden nun zusammengefasst wurden.

Auch die Kreissynode befasste sich mit dem Bericht der ökumenischen Besucher im Rahmen der Visite. Superintendent Buchholz hob dazu einige Anfragen der Besucher hervor:

- „Wie erreichen wir die Altergruppe der 25-65jährigen. Und wie gehen wir mit der „Gemeinde in Halbdistanz“ um?

- Wie bezeugen wir Jesus Christus in der Gemeindearbeit?

- Haben wir eine definierte Richtung wie wir Evangelische Kirche in einer mulitkulturellen und multireligiösen Gesellschaft leben?

- Wie unterscheidet sich Diakonische Arbeit von anderer Sozialarbeit?

- Hat die Kirche genügend Gelegenheiten, Menschen zu erreichen?

- Ist Kirche ein Vorbild in ethischen Fragen?“

In der folgenden Aussprache wurde auf die Kürze des Besuches hingewiesen, der den Besuchern nur einen Einblick in kleine Ausschnitte der Arbeit ermöglichte. Dennoch wurde wertgeschätzt, dass der Kirchenkreis Niederberg auf den fremden Blick der Besucher eingelassen hat. Die Ergebnisse der Visite werden nun bis zur Sommersynode im nächsten Jahr in den Gemeinden und Gremien beraten. Aus diesen Beratungsprozessen und auch aus anderen Impulsen soll ein Niederberger Papier zum 500jährigen Jubiläum der Rfeormation 2017 erstellt werden.

Im Weiteren berichtete der Superintendent über die Stabilisier