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Gott spricht: "Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,14)

Mit der Jahreslosung 2019 begrüßen wir Sie herzlich als Gast auf unserer Internetseite. Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über das Leben in unserer Kirchengemeinde und laden Sie zu unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen ein.

Suche Frieden und jage ihm nach! Ein Satz, der vielen aus dem Herzen spricht, die ihren Blick noch nicht so ganz lösen können von den Ereignissen des vergangenen Jahres. Frieden fällt nicht oder leider nur ganz selten vom Himmel: Wir müs-sen etwas für ihn tun. Jede, jeder ist aufgefordert, etwas dazu beizu-tragen, was ihr, ihm möglich ist, auf eigene Weise.
Der Frieden will errungen werden. Jagt ihm nach! Gebt nicht auf, ihn zu finden: unter Umständen nach langen Auseinandersetzungen, Diskussionen, einen Weg finden, der die wichtigsten Interessen aller be-rücksichtigt und keine faulen Kompromisse zulässt. Streitkultur gehört zur Demokratie. Es gehört zum Wesen der Dinge, dass sie aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden können. Was ich aus meinem Blickwinkel, von meinem Standpunkt aus wahrnehme, darf ich frei äußern ohne gleich niedergemacht zu werden. Es ist erschreckend wie wenig das Recht auf freie Meinungsäußerung in vielen Ländern der Erde noch Geltung hat. Zahlreiche JournalistInnen, die die Wahrheit aufdecken und veröffentlichen, die das Unrecht beim Namen nennen, müssen mit ihrem Leben dafür bezahlen. Frieden – will er nicht oberflächlich sein – ist gebunden an Gerechtigkeit. Ungerechte Verhältnisse machen unzufrieden.
Erst sind es Einzelne, dann viele, die sich empören, die auf die Straßen gehen wie schon in Frankreich, weil sie sich politisch nicht mehr vertreten oder sogar betrogen fühlen. Standesunterschiede, die nur Arm oder Reich kennen und nichts dazwischen, bringen nicht nur Neidgefühle hervor, sie führen zur Revolte. Ausgleich muss geschaffen, um gerechte Löhne muss regelrecht gefeilscht werden. Suche den Frieden … Gott legt seinen umfassenden Frieden, seinen Schalom wie einen Segen über die gesamte Schöpfung. Der Schalom Gottes schließt jede Kreatur mit ein. Dieser Frieden ist wie ein Zuspruch, der durch alle Zeiten tragen will, aus dem heraus wir zu streitbaren Friedensstiftern werden können.
Gottes Frieden gilt uns allen. Jeder, jedem gibt Gott, was wir zum Leben brauchen. Es ist genug für alle da. Keiner geht leer aus. So hat er sich die Welt gedacht. Deshalb setzt er unsere Füße auf den Weg des Friedens. Jagen wir diesem Frieden also nach, wenn wir ihn unter uns nicht mehr spüren …. gönnen wir einander, was uns zusteht, verteilen wir, was Gott uns großzügig schenkt: sein Vertrauen, seine Güte, seine Vergebungsbereitschaft und das tägliche Brot.
Er traut uns zu, dass die Welt gerechter und friedfertiger wird, entsprechen wir seinem Willen.
Mit herzlichen Grüßen
Andrea Kupatz

Ein Friedensstifter unter uns … Gedenken an Pfarrer Friedhelm Sabokat

Das Wort der Jahreslosung führt mich in das vergangene Jahr zu den Wirren der politischen Entwicklungen und lässt mich auch an meinen verstorbenen Kollegen Friedhelm Sabokat denken. Wie gerne hat er vor allem auch politische Diskussionen geführt. Bürgergemeinde und Kirchengemeinde verstand er als Einheit. Jahre lang war es in Dalbeckbaum Usus gewesen, die Vertreter der Stadt, den gesamten Stadtrat, in unsere Gemeinde einzuladen.

Themen der sozialen Gerechtigkeit, des friedlichen Miteinanders in damals sozial problematischen Stadtteilen wollte er mit Nachdruck diskutieren, um an die Verantwortung von Kirche und Gesellschaft für einen sozialen Ausgleich zu erinnern. Er war bereits schwer erkrankt, als sich im vergangenen Jahr die letzten Koalitionsverhandlungen der Bundesregierung in die Länge zogen, nach endlosen Beratungen dann endlich ein Kabinett gebildet wurde.

Manche Namen ließen ihn ahnen, dass die Entwicklung wenig verheißungsvoll sein würde. Und dennoch war sein Interesse ungebrochen, insbesondere an den Menschen, die sich einsetzen für ein demokratisches Denken und Handeln, die den Ausgleich suchen. Der Frieden war ihm wichtig, er hat ihn verteidigt, sich eingesetzt vor allem in der Kirchengemeinde, unter uns Kollegen.
Die Balance der Kräfte wiederherzustellen, eine Ausgewogenheit herbeiführen, nicht nur argumentativ, sondern vor allem durch sein Einfühlungsvermögen, das war ihm ein Anliegen.  Seine Empathie hat zu vielen Gemeindegliedern eine Nähe entstehen lassen, die ihn zu einem guten Seelsorger gemacht haben. Wohlwollend trat er den Menschen gegenüber, die etwas auf dem Herzen hatten. Er nahm sie ernst, sie fühlten sich verstanden und angenommen. Das hatte etwas Selbstverständliches, es war authentisch, wie er die Einzelnen wahrnahm, mit ihnen ins Gespräch kam. Und das haben sie gespürt.
Diese Fähigkeit, den anderen besonders nahe zu sein, hat ihn selbst verletzlich gemacht. Kraft haben ihm seine Familie, seine Frau, seine Kinder und Enkel gegeben, aber auch die klassische Musik. Er konnte in sie eintauchen und gestärkt aus einem Konzert, aus einem besonderen Klangerlebnis hervorgehen. Die Harmonien der Musik waren ein Spiegel dessen, wo-rauf sein eigenes Sehnen beruhte. Frieden schaffen mit Worten, durch genaues Wahrnehmen und Zuhören, den anderen annehmen um seiner selbst willen.

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
(Joh 14,27)

Wir sind traurig, dass Friedhelm Sabokat nicht mehr unter uns ist.
 
A.Kupatz