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Erklärung der Synode des Kirchenkreises Niederberg an die Gemeinden des Kirchenkreises

Die Synode Niederberg macht sich die nachfolgende Erklärung zu eigen:

Liebe Schwestern und Brüder!
Vor siebzig Jahren wüteten in Niederberg wie auch im übrigen Deutschland Pogrome gegen unsere jüdischen Nachbarn. Seit dem Ende des 17.Jahrhunderts haben jüdische Familien hier in der Region gelebt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie nicht nur ausgegrenzt und verfemt, sondern auch verfolgt und aus ihrer Heimat in die Fremde oder in den Tod getrieben.

Immer wieder erschrecken wir vor der Schoah, die auch in unserer Mitte wurzelte. Was den Juden als Angehörigen des auserwählten Volkes Gottes im deutschen Namen angetan wurde, was unseren jüdischen Geschwistern auch im Bereich unserer Gemeinden widerfuhr, ist und bleibt eine Schuld, die zu uns gehört. Wir bekennen uns zu dieser Schuld vor Gott und den jüdischen Menschen in der Hoffnung auf Versöhnung durch ihn.

Vor Gott feiern wir Gottesdienst in der Gegenwart Israels.
Wir wollen dem in Liturgie und Predigt gerecht werden.

Vor Gott stellen wir uns unserer Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus.
Wir wollen der Verantwortung, die daraus erwächst, gerecht werden. 

Wir erinnern uns an die jüdischen Menschen, die hier lebten.
Wir wollen das Gedenken an sie ehren und wach halten.

Tönisheide, 7. November 2008