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28.10.14

Reise durch die Nacht der offenen Kirchen

Ein persönlicher und keineswegs vollständiger Reisebericht durch einige Evangelische Niederberger Kirchen während der Nacht der offenen Kirchen am 24. Okt. 2014. Die Gemeinden luden ein und zeigten voller Stolz ihre Kirche mit all ihren Schätzen und Begabungen darinnen.

Kirchentür Stadtkirche Wülfrath

Foto: Ev. Kirchengemeinde Wülfrath

Am 24.10.2014 war die 2. ökumenische Nacht der offenen Kirchen, an der sich Gemeinden im Kirchenkreis Niederberg zum ersten Mal beteiligten. Gegen 18.30 Uhr war das Wetter lau und trocken, also rauf aufs Mopped und auf Reise durch die NoK. Über Hahnenfurt im Bogen nach Düssel. Hier empfingen Eherenamtliche und Pfarrer Lüttgendorf die eintreffenden Gäste; bald jede zweite eintreffende Gruppe hatte die Arme voll und steuerte etwas zum Buffet bei. Zu spüren war: die Düsseler freuten sich, Ihre Kirche zu öffnen und der hereinströmenden Welt zu zeigen. Wie Pfr. Lüttgendorf es anschließend zusammenfasste:

"Insgesamt 120 Besucher nahmen die Angebote anlässlich der Nacht der offenen Kirchen in der Ev. Kirche in Düssel war. Das Musiktheater Classic Arts verzauberte uns unter dem Motto "What a wonderful world" mit einer musikalischen Reise zwischen Pop und Musical.Auf den Kunstgenuß folgte kulinarischer Genuß, dargereicht durch den Kirchenchor. Anschließend hieß es "Orgel goes Jazz. Martin und Jürgen Schmidt beeindruckten die Zuhörer mit so noch nie gehörten Klängen. Ab 23 Uhr schließlich traf sich dann die Gemeindejugend in der Kirche zum Lobpreislieder-Singen und blieben dort für eine lange Kinonacht."

Schon früh fuhr ich weiter und wurde beim Herausgehen von einem älteren Kirchenchor-Mitglied angesprochen: "Sie fahren mit dem Moped..."; "Ja - ist so schön heute abend"; "Ich fahre nämlich auch Moped und mache große Touren..." Nach etwas Fachsimpelei drückte er mir noch eine Biker-Bibel in die Hand - toll!

Im Blindflug (ohne Navi) weiter und nahe vorbei an der Katholischen Kirche und der Evangelischen Stadtkirche in Wülfrath. Langenberg lockte und das Moped ging auf Tour. Die Eventkirche war auf Inititive des Teams "Offen Kirche" - wie auch anders - geöffnet. Pfr. Blaschta fasste den Abend so zusammen:

"Großen Applaus gab es für das musikalische Programm von Masumi Yamamoto, Peter Nowitzki und dem Accento-Klavierquartett. Hermann Waeger wusste viel Interessantes über die wechselvolle Geschichte der Neuen Kirche zu berichten. So war zu hören, dass auch damals schon das Geld nicht reichte. In der Folge wurde am Baumaterial und an der Innengestaltung gespart, um die ursprünglich geplanten Baukosten einhalten zu können. Das Kirchcafé-Team kümmerte sich um Getränke und Snacks, und die Pfadfinder sorgten mit einer Feuerschale dafür, dass unsere Eventkirche im rechten Licht erschien. Ein Gebet mit Liedern aus Taizé rundete den Abend schließlich ab."

Wieder auf die Trine und weiter zur Christuskirche in Velbert (ohne Navi eine echte Herausforderung für einen Nicht-Niederberger..). Das Ensemble von Kirche und neuem Gemeindehaus wirkt offen und einladend - dies allein ist schon eine Anreise wert. In der Kirche wurden die Besucher von einem wunderbaren Chor und zwei tollen Solisten an Orgel und Stimme empfangen. Pfarrer Schmerkotte: "An dem Abend waren sicherlich insgesamt mehr als 600 Menschen da. Das vielfältige Programm mit Pausen für Gespräche war nehr als gut gelungen."

Letzte Station dann in Heiligenhaus: Ich gerate in eine hochprofessionelle Lesung aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm". In dem Stück "Rosalie geht sterben" liegen Lachen und Schrecken eng beieinander - wir Zuhörer quittierten das mit atemloser aufmerksamer Stille. Bei Kerzenschein mit einem Teppich aus Laub wirkte die Kirche wie das Wohnzimmer der Gemeinde, in dem sich ein kulturelles Leben und Erleben voll entfalten kann. Auch hier trägt das Ensemble von Kirche mit neu angebautem Gemeindehaus zur Beheimatung bei. Pfarrer Müller: "Wir haben ein engagiertes Programm aus Literatur und sehr verschiedener Musik zusammengestellt. Und die Menschen freuen sich und fühlen sich wohl hier bei uns."

Für mich war das die letzte Station in der Nacht der offenen Kirchen. Hier und da ging es noch sehr viel länger weiter. Mitunter bekam ich den Eindruck, dass die offenen Kirchen zu ungewohnter Zeit dazu einladen, die Gebäude und die Menschen darin mit ganz anderen Augen anzusehen. Und ich entdeckte den Stolz, wenn fremde Menschen es wertvoll finden, die eigene Kirche zu besuchen.

Aufgesessen auf die Trine und ab nach Hause.
F. Wessel