Superintendentin Ilka Werner schrieb den „Ersten Infobrief zum Dreikirch-Prozess“
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Geschwister!
Wir sind drin – drin im Dreikirch-Prozess, der zur Fusion unserer Kirchenkreise führen soll.
Am 10.1.26 trafen sich alle drei KSVs zu einer Kick-off-Klausur und verabredeten die nötige Prozessstruktur mit Steuerungsgruppe, Teilprojekten und ungefährem Zeitplan.
Am 23.1.26 konstituierte sich die Steuerungsgruppe, beriet den Arbeitsplan und berief mich zur Vorsitzenden sowie Superintendent Rainer Kaspers aus D´dorf-Mettmann zum stellvertretenden Vorsitzenden.
Und heute bekommen Sie in den Kirchenkreisen einen ersten Info-Brief, dem sicher noch einige folgen werden.
Verabredet ist bis jetzt folgendes:
Die Steuerungsgruppe tagt etwa monatlich, steuert den Prozess und hält ihn am Laufen, sie vernetzt die Ergebnisse der Teilprojekte, informiert Kirchenkreise und Öffentlichkeit über den Fortgang des Prozesses und arbeitet selbst zu den Themen ‚Struktur‘ (damit ist in etwa das künftige Zusammenspiel von Gemeinden, Regionen und Kirchenkreis gemeint, die Zuordnung von Aufgaben, Rechten und Pflichten, sowie ein Netz von Leitung und Kommunikation) und ‚Wie wollen wir Kirche sein?‘ (damit gemeint ist die Wahrnehmung dessen, was wir mitbringen, die Anregung von Austausch über jetzige Kirchenkreisgrenzen hinweg und Impulse zur zukünftigen Gestalt von Kirche).
In der Steuerungsgruppe sind die drei Superintendent:innen Wolfhard Günther, Rainer Kaspers und ich, aus jedem Kirchenkreis zwei weitere Personen sowie beratend der Geschäftsführer des Evangelischen Verwaltungsverbandes Mettmann-Niederberg und einer der Öffentlichkeitsreferenten.
Bei der Klausur wurden vier Teilprojekte benannt, die einzelne Themen selbstständig, aber in enger Abstimmung mit der Steuerungsgruppe beraten. Diese Teilprojekte sind: Finanzen und Gebäude; Pfarrstellen und Personal; Einrichtungen und Dienste; Diakonie, Kitas, Beteiligungen. Diese Teilprojekte werden sich bis etwa Ostern ihrerseits konstituieren und dann entscheiden, ob sie noch eigene Arbeitsgruppen einrichten oder bei Bedarf Personen oder Personengruppen beratend hinzuziehen.
Die Überführung der Solinger Verwaltung in den Evangelischen Verwaltungsverband Mettmann-Niederberg ist ein eigener Prozess mit eigener Zeitschiene.
Ob es im Laufe des Prozesses wichtig wird, noch weitere Gruppen einzurichten, Austauschformate zu installieren oder Aufgaben zu delegieren, muss sich zeigen – die verabredete Struktur ist ein lebendiges, bewegliches Miteinander und kann in verschiedene Richtungen wachsen. Uns allen war es bei der Klausur wichtig, Überregulierungen und zu viele Gremien zu vermeiden. Vieles muss sich finden. Wichtige Knotenpunkte dafür sind die Kreissynoden, zu denen die Gruppen berichten werden, die vorläufige Ideen und Pläne diskutieren sollen und eigene Impulse in die Prozessgruppen eintragen können und die – später im Prozess – in gemeinsamen Tagungen die den neuen Kirchenkreis gestaltenden Beschlüsse fassen. Außerdem werden wir immer wieder von Christian Weyer, langjähriger Superintendent und systemischer Berater, begleitet, dessen Erfahrung und Kompetenz hilft, unseren Prozess immer wieder zu überprüfen.
Zum Zeitplan. Eine Kirchenkreisfusion dauert etwa drei bis vier Jahre und hat vier Phasen:
Die Startphase umfasst die Absichtsbeschlüsse, die Prozessplanung und die Konstituierung der Prozessgruppen – bei uns begann sie im November mit den Beschlüssen der Kreissynoden und wird etwa Ostern 2026 mit der Konstituierung der Teilprojekte abgeschlossen sein.
In der Planungsphase wird erarbeitet, wie der neue Kirchenkreis aussehen soll, wie er gegliedert sein wird und wer welche Aufgaben übernehmen soll. In dieser Zeit entsteht in den Köpfen der Beteiligten eine Vorstellung des Neuen, werden Verabredungen und Beschlüsse gefasst und entstehen aus der Zusammenarbeit an gemeinsamen Themen erste gemeinsame Identifikationspunkte. Am Ende stehen verbindliche Beschlüsse und die präzise Zeitplanung für die zweite Prozesshälfte. Diese Phase dauert gut ein Jahr und bei uns von Ostern 2026 bis zu den Juni-Synoden 2027 – wenn wir meinen, insgesamt mehr Zeit zu brauchen, müssen wir das dann entscheiden.
In der Entscheidungsphase geht es um die Anhörung aller Gemeinden, um verbindliche Fusionsbeschlüsse, Entscheidungen über den Namen des neuen Kirchenkreises und ein neues Siegel, dazu um kirchliche und staatliche Genehmigungen. In dieser Zeit tagen die Kreissynoden öfter gemeinsam. In dieser Phase ist aber auch Zeit für den Abschied von den alten Kirchenkreisen. Sie dauert etwa anderthalb Jahre endet mit der Fusion. Bei uns soll das der 31.12.28 sein (oder, wenn wir das in der Planungsphase verabreden, der 31.12.29).
Die erste Zeit des neuen Kirchenkreises, die Gestaltungsphase, gehört noch mit zum Fusionsprozess. In dieser Zeit wird der neue Kirchenkreis von einem Bevollmächtigtenausschuss geleitet. Die Planungen werden umgesetzt, es ist Zeit für Nachsteuerung oder Bearbeitung dessen, was nicht geschafft oder vergessen wurde. Hauptaufgabe ist die Vorbereitung der Wahl eines neuen Kreissynodalvorstands und von Superintendent:in, Assessor:in und Skriba. Diese Phase dauert ein bis anderthalb Jahre. Mit der Einführung des neuen KSV ist die Fusion komplett.
Sie sehen, es ist ein komplexes Vorhaben, auf das wir uns eingelassen haben. Uns trägt: gegenseitiges Vertrauen; der gemeinsame Wille, die Arbeit in Gemeinden und Arbeitsgebieten, bei Pop-up-Veranstaltungen und in Erprobungsräumen und wo auch immer auch zukünftig verlässlich zu unterstützen; die Fürbitte vieler Kirchenmitglieder und die Hoffnung auf Gottes Geistkraft, auf Gottesgeistgegenwart.
Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Ideen oder Befürchtungen haben. Unterstützen Sie ihrerseits den Prozess mit Ihren Anregungen und Fragen!
Mit herzlichen Grüßen, auch im Namen von Rainer Kaspers und Wolfhard Günther,
Ilka Werner
