Dreikirch Infobrief 2

  • 01.06.2026

Superintendentin Ilka Werner schrieb den Zweiten Infobrief zum Fusionsprozess der Kirchenkreise Düsseldorf-Mettmann, Niederberg und Solingen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Geschwister!
Es ist schon fast Sommer geworden, und ich möchte Euch und Ihnen ein Update zum Fusionsprozess unserer Kirchenkreise und der Arbeit der Steuerungsgruppe und der Teilprojekte geben.
Wir sind gut im Fluss, alle Teilprojekte haben sich konstituiert, die Steuerungsgruppe hat ihren Rhythmus gefunden. Wir merken, dass die drei Kirchenkreise unterschiedliche Erfahrungen, Arbeitsweisen und Gesprächskulturen haben und dass es Zeit braucht, eine gemeinsame Linie zu entwickeln. Es ruckelt schon mal, aber die Stimmung ist gut und wir in der Steuerungsgruppe sind zuversichtlich, dass wir mit der Fusion etwas Gutes hinbekommen. Die wichtigsten bisherigen Vorschläge zur Gestalt des neuen Kirchenkreises werden gerade in vielen Gremien diskutiert und den Juni-Synoden in unseren Kirchenkreisen mit der Bitte um ein Meinungsbild vorgelegt.

Sie basieren auf dem Text „Kirche neu denken“, den Rainer Kaspers schon im Herbst für den Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann verfasst hat. Der Text geht zu Recht davon aus, dass es in unserer Zeit schneller und sprunghafter Veränderungsprozesse wichtig ist, im Zuge der Fusion einen Kirchenkreis zu planen, der kirchliches Leben auch bei sinkenden Ressourcen verlässlich und nah bei den Menschen erhält. Dazu brauchen wir starke Gemeinden mit eigenem Profil vor Ort, verbindliche Zusammenarbeit in Regionen und einen Kirchenkreis als Ermöglicher im Hintergrund.

Die vier Vorschläge kurz vorgestellt (für ausführliche Informationen bitte in den Kirchenkreisen nachfragen):

Region als Planungs- und Kooperationsebene
Im neuen Kirchenkreis sollen die Gemeinden Regionen als Kommunikations-, Vernetzungs- und Personalplanungsebene bilden.
Warum schlagen wir das vor?
Zum einen: Der neue Kirchenkreis wird groß sein, und die einzelne Gemeinde, die einzelnen Personen und Orte sollen nicht aus dem Blick geraten und darum regional vernetzt sein. Zum anderen: Die Gemeinden werden immer kleiner und müssen zunehmend gemeinsam oder stellvertretend handeln, und Mitarbeitende werden in mehreren Gemeinden arbeiten. Beides gelingt leichter, wenn es Regionen gibt, die gut kooperieren.
Frage an die Synoden:
Ist das Modell mit Gemeinden, Regionen und Kirchenkreis ein gutes Modell für den fusionierten Kirchenkreis?

Modell zur Entlastung der Leitung
Im neuen Kirchenkreis sollen die Regionen eine/n Sprecher/in (z.B. Stadt- oder Regionalpfarrperson) als Gesicht und Stimme der Region im Kirchenkreis und nach außen in die Kommunen haben.
Warum schlagen wir das vor?
Auch hier geht es im Wesentlichen um Vernetzung und Kommunikation, innerhalb der Region, zwischen den Regionen untereinander und zwischen Region und Kirchenkreis. Ein zweiter Aspekt ist die Repräsentation der Evangelischen nach außen, die in einem großen Kirchenkreis unmöglich von Superintendent/in, Assessor/in und Skriba allein geleistet werden kann.
Frage an die Synoden:
Ist die Einbeziehung eines Stadt- oder Regionalpfarramtes zur Entlastung einer/eines zukünftigen Superintendent*in ein gutes Modell für den fusionierten Kirchenkreis?

Anstellungsträgerschaft für Personal
Im neuen Kirchenkreis soll das Personal überwiegend auf Kirchenkreisebene angestellt und dann einer Region zugewiesen werden. Es soll eine Übergangszeit geben, um organische Entwicklungen zu ermöglichen. Welche Berufsgruppen etwa ausgenommen sind, muss noch beraten werden.
Warum schlagen wir das vor?
Damit der neue Kirchenkreis auch bei sinkenden Ressourcen sichere und attraktive ganze Stellen für Mitarbeitende vorhalten und deren Einsatz gut planen kann.
Frage an die Synoden:
Ist es sinnvoll, den neuen Kirchenkreis als bevorzugten Anstellungsträger für Personal zu denken (für eine Übergangszeit bei gleichzeitiger Möglichkeit in den Gemeinden und ggf. in der Re-
gion)?

Anstellungsträgerschaft für Pfarrpersonen
Mit Errichtung soll der neue Kirchenkreis Anstellungsträger der Pfarrpersonen werden, die dann ihrer Region zugewiesen werden.
Warum schlagen wir das vor?
Damit der neue Kirchenkreis auch bei sinkenden Ressourcen sichere und attraktive ganze Stellen für Pfarrpersonen und deren Dienst gut vorhalten kann.
Frage an die Synoden:
Ist es sinnvoll, den neuen Kirchenkreis als Anstellungsträger für Pfarrpersonen zu denken?

Die Steuerungsgruppe wirbt um breite Zustimmung auf den Synoden – damit für die Weiterarbeit und die nötigen Konkretionen eine feste Basis da ist. Wichtig hierbei: Auf den Sommersynoden werden keine Beschlüsse gefasst – es geht um ein Meinungsbild.
Nach den Synoden werden die Ergebnisse beraten, und auf ihrer Grundlage werden der weitere Prozess und die Arbeit aller Teilprojekte geplant. Eine Klausur der KSVs im September ist der nächste Meilenstein.
Neben den Themen „Gestalt des Kirchenkreises“ und „Prozessplan“ wird es bei dieser Klausur auch darum gehen, wie ein „inhaltliches Profil“ des neuen Kirchenkreises aussehen kann – darüber sollen und können dann die Synoden im Herbst ins Gespräch kommen.

Was die Teilprojekte angeht, so wird das Teilprojekt Diakonie, Kitas und Einrichtungen demnächst von professioneller, externer Organisationsberatung unterstützt. Das Teilprojekt Finanzen und Gebäude hat sich einen Überblick über die Finanzstrukturen verschafft. Die Teilprojekte Personal und Pfarrstellen sowie Dienste und Einrichtungen brauchen die ersten Rückmeldungen der Synoden, um Vorschläge zu ihren Themen zu erarbeiten – darum geht ihre Arbeit erst nach dem Sommer so richtig los. Parallel zu diesen Projekten läuft bis zum 31.12.26 die Integration der Solinger Verwaltung in den EVMN – erste Abteilungen sind schon umgezogen. Diese Umorganisation verlangt den Mitarbeitenden viel ab und braucht viel Kommunikation und Geduld – wenn sie aber vollzogen ist, wird die gemeinsame Verwaltung den Fusionsprozess in vielem leichter machen. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die in den vielen Prozessen mittun und – haupt- oder ehrenamtlich ihre Zeit und ihre Kraft investieren!
Für alle, die mit Mitgliedern der Steuerungsgruppe und Menschen aus den anderen Kirchenkreisen ins Gespräch kommen wollen, gibt es im Sommer zwei „Wandern Wasser Waldbaden“-Termine – die Niederberger:innen kennen das Format von Pfarrerin Juliane Engert und Team schon, die anderen sind herzlich eingeladen, es kennenzulernen: „WaWaWa“ ist eine meditative Wanderung mit 7 Stationen für alle und findet am 30.8.26 um 15 Uhr (Treffpunkt Wanderparkplatz im Angertal (40883 Ratingen) und am 9.9.26 um 18 Uhr (Treffpunkt Evangelische Kirche
Ketzberg, Lützowstr. 96, 42653 Solingen) statt. Beim Wandern ist jede Menge Zeit, einander kennenzulernen und Fragen zur Fusion beantwortet zu bekommen. Schon jetzt eine herzliche
Einladung!!!

Der Brief ist lang geworden. Es passiert ja auch viel. Und uns ist es wichtig, soweit als möglich zu informieren. Wenn Sie Fragen, Bedenken oder Anregungen haben, schreiben Sie uns! Wir brauchen das Mitdenken aller!
Mit herzlichen Grüßen, auch im Namen von Rainer Kaspers, Wolfhard Günther und der gesamten Steuerungsgruppe,
Ihre Ilka Werner

  • Ilka Werner
  • Red